1815 – 1816
Ein Königreich bekommt ein Land, das klüger ist als seine Gesetze
Als die Pfalz 1816 an Bayern fiel, brachte sie etwas mit, das es in Bayern nicht gab: modernes Recht. Der König war klug genug, es ihr zu lassen.
Vorweg gehört eine Bemerkung, die vieles erklärt: Zwischen der Pfalz und dem Haus Wittelsbach bestand längst eine Verwandtschaft. Das Haus hatte sich im Mittelalter in eine bayerische und eine pfälzische Linie geteilt, und als die bayerische 1777 ausstarb, fiel das Kurfürstentum an die Pfälzer Vettern; seit 1799 regierte in München die Linie Pfalz-Zweibrücken. Die Könige, die nun die Pfalz erbten, stammten also selbst von dort. Das nahm der Sache die Fremdheit, ersetzte aber keinen Vertrag.
Der Wiener Kongress verteilte 1815 die Reste des napoleonischen Europas, und die Pfalz wanderte dabei zweimal über den Tisch: erst zu Österreich, dann zu Bayern. Die Pfälzer selbst hatten in Wien eine Bitte hinterlegt – man möge ihr Land „ungetrennt“ lassen und nicht als Tauschmasse zerstückeln. Am 29. April 1816 wurde in Frankfurt übergeben; aus der Pfalz wurde der bayerische „Rheinkreis“, ein Regierungsbezirk ohne gemeinsame Grenze mit dem Rest des Königreichs, vierhundert Kilometer von München entfernt und durch fremdes Gebiet davon getrennt.
Nun hätte das schiefgehen können, und zwar aus einem sehr konkreten Grund. Zwanzig Jahre französischer Herrschaft hatten dem Land den Code Napoléon hinterlassen: Gleichheit vor dem Gesetz, Geschworenengerichte, öffentliche Verfahren, die Trennung von Justiz und Verwaltung. Rechts des Rheins gab es nichts davon; dort urteilten noch Beamte des Landesherrn hinter verschlossenen Türen. Ein König, der das kassiert hätte, hätte eine Provinz im Dauerzorn geerbt – und zwar eine, die genau wusste, was sie verlor.
König Maximilian I. Joseph kassierte es nicht. Am 16. Juni 1816 sicherte er per Dekret den Fortbestand des französischen Rechts zu und machte damit aus der Eroberung ein Arrangement. Die Folge war ein Kuriosum von beträchtlicher Tragweite: Die neue Provinz war ihrem Königreich rechtlich um Jahrzehnte voraus. Der Code Napoléon galt hier bis 1900; im übrigen Bayern wurde die Trennung von Justiz und Verwaltung erst 1872 vollzogen. Zeitgenossen nannten den Rheinkreis die „fortgeschrittenste Region des Deutschen Bundes“.
Man sollte sich diesen Satz merken. Fast alles, was zwischen der Pfalz und ihren Königen noch geschehen wird – das Hambacher Fest, die Freisprüche von Landau, der Aufstand von 1849 –, geschieht vor diesem Hintergrund: Ein selbstbewusstes Land verhandelt mit einer fernen Krone auf Augenhöhe, und es tut das mit Rechten, die die Krone ihm selbst gelassen hat.
1786 – 1868
Der König, dessen Taufpate Ludwig XVI. war
Ludwig I. wurde in Straßburg geboren, sein Pate war der König von Frankreich, seine Familie stammte aus Zweibrücken. Die Pfalz war für ihn nie Zuwachs – sie war Herkunft.
Geboren 1786 in Straßburg als Sohn eines Pfalz-Zweibrückener Prinzen, getauft auf den Namen seines Paten Ludwig XVI., floh der kleine Ludwig mit seiner Familie vor der Revolution – erst nach Mannheim, dann weiter, als die Franzosen Mannheim beschossen. Seine Kindheit verbrachte er also auf der Flucht vor genau dem Land, dessen König ihn aus der Taufe gehoben hatte. Sein späterer Titel führte nicht zufällig auch den Zusatz „König der Pfalz bei Rhein“; für ihn war das keine Formel, sondern eine Ortsangabe.
Mit achtzehn reiste er zum ersten Mal nach Italien, und diese Reise hat ihn nie wieder losgelassen. Als er 1825 König wurde, begann er München in ein „Isar-Athen“ zu verwandeln: Glyptothek, Alte Pinakothek, Ludwigstraße, Walhalla – vieles davon aus der eigenen Schatulle bezahlt, denn er lebte persönlich sparsam und gab das Ersparte für Bauten aus. „Die Werke des Staatsmannes sind längst vergangen, wenn die des trefflichen Künstlers noch erheben“, hat er über sich selbst gesagt. Es ist der Satz eines Königs, der lieber Bauherr war.
1810 hatte er Therese von Sachsen-Hildburghausen geheiratet – mit einem Fest samt Pferderennen vor vierzigtausend Zuschauern auf einer Wiese vor München. Die Wiese heißt seither Theresienwiese, und das Fest wird bis heute jedes Jahr wiederholt. Es ist eine hübsche Pointe der Geschichte, dass das Oktoberfest ursprünglich eine Hochzeitsfeier war und den Namen einer Braut trägt, die aus Thüringen kam.
1848 endete seine Regierung. Das Revolutionsjahr hatte ihm das Regieren verleidet; am 20. März legte er die Krone nieder und übergab sie seinem Sohn Maximilian. Sein Kommentar dazu gehört zu den ehrlichsten Sätzen, die ein Monarch je über das Aufhören gesagt hat: „Regieren konnte ich nicht mehr, und einen Unterschreiber abgeben wollte ich nicht.“ Er war zweiundsechzig und hatte noch zwanzig Jahre vor sich, in denen er tat, was ihm lieber war als Regieren.
Was nach der Krone blieb, war die Pfalz. Schon 1843 hatte er beschlossen, sich in der mildesten Gegend seines Reiches eine Sommervilla zu bauen; 1846 wurde über Edenkoben und Rhodt der Grundstein gelegt. Als das Haus 1852 fertig war, war der Bauherr Privatmann – und kam von nun an jeden zweiten Sommer. Die Geschichte dieses Hauses erzählt unser dritter Band; hier genügt der Befund: Der abgedankte König verbrachte seine letzten sechzehn Sommer nicht am Hof, sondern über den Weinbergen.

1792 – 1854
Die Königin, die alle zwei Wochen nach Rhodt fuhr
Sie gab dem Oktoberfest die Wiese und Rhodt eine Straße. Und sie blieb ihr Leben lang bei ihrem Glauben – gegen den sanften Druck eines ganzen Hofes.
Therese von Sachsen-Hildburghausen war lutherisch erzogen und dachte nicht daran, das zu ändern. Man muss wissen, was das hieß: Fürstinnen wechselten bei einer Heirat üblicherweise das Bekenntnis, und der Münchner Hof war entschieden katholisch. Sie hielt an ihrem fest, ließ sich das Recht darauf in den Ehevertrag schreiben und verlangte in ihren Wohltätigkeitseinrichtungen, dass Kinder beider Konfessionen aufgenommen wurden – eine Selbstverständlichkeit von heute, eine Ansage von damals.
In den pfälzischen Sommern zeigte sich diese Doppelung des Königspaars jeden Sonntag aufs Neue. Der König hörte die Messe in Edenkoben, die Königin fuhr alle zwei Wochen hinüber nach Rhodt, in die evangelische St.-Georgs-Kirche – die einzige in Reichweite, in der sie ihren eigenen Gottesdienst besuchen konnte. Für sie richtete man dort eine Loge ein, mit einem Sessel, in dessen Mitte ein gesticktes, gekröntes „T“ sitzt. Die Bänke für ihr Gefolge lieferte die Edenkobener Möbelfabrik Niederhöfer, dieselbe Werkstatt, die auch die Holzmosaikböden der Villa gelegt hatte. Auch der Hof kaufte regional.
Der Weg, den ihre Kutsche nahm, bekam Schatten: Die Rhodter pflanzten Kastanien, damit die Königin kühl fuhr. Das ist eine kleine Geste und zugleich eine aufschlussreiche – ein Dorf investiert in Bäume, die erst in zwanzig Jahren Schatten werfen, für eine Besucherin, die zweimal im Monat vorbeikommt. Die Allee steht heute noch, über hundertfünfzig Jahre alt und denkmalgeschützt, und die Straße heißt Theresienstraße: ein Straßenname als Erinnerung an einen Kirchweg.
Es blieb nicht bei Bäumen. 1852 beschloss der Rhodter Rat eine „Kinderbewahranstalt“, 1853 wurde sie gegründet, 1854 nach der Königin benannt: die Theresien-Kleinkinderschule, die es – seit 2000 als Stiftung – bis heute gibt. Im Oktober 1854 starb Therese in München an der Cholera, zweiundsechzig Jahre alt. Ludwig überlebte sie um vierzehn Jahre und schrieb an die Kinder einen Satz, der alles über diese Ehe sagt: „Ihr habt die beste Mutter verloren, ich die beste Frau. Nach 44 Jahren Ehe wurde sie mir durch ihre Vortrefflichkeit immer teurer.“

1832 – 1849
Zwei Aufstände und eine unvollendete Burg
Dasselbe Land, das dem König Kastanien pflanzte, ging zweimal gegen ihn auf die Barrikaden. Beides gehört zur Wahrheit dieser Beziehung.
1832 stiegen dreißigtausend Menschen zum Hambacher Schloss hinauf und forderten Pressefreiheit, Volkssouveränität und ein einiges Deutschland – unser zweiter Band erzählt davon. Die bayerische Antwort waren Zensur, Prozesse und Militär; die pfälzische Antwort auf die Antwort waren Freisprüche durch Geschworene nach französischem Recht. Man muss die Ironie festhalten: Das Land nutzte gegen die Krone genau die Gesetze, die die Krone ihm 1816 selbst gelassen hatte. Ein Zugeständnis von sechzehn Jahren zuvor wurde zum wirksamsten Schutzschild der Opposition.
1849 wurde es ernster. Die Frankfurter Nationalversammlung hatte eine Verfassung für ganz Deutschland beschlossen, und als die Fürsten sie ablehnten, erhob sich im Südwesten der Widerstand. Am 1. Mai versammelten sich zwölftausend Demokraten in Kaiserslautern; am 17. Mai rief eine Provisorische Regierung die „Trennung der Pfalz von Bayern“ aus – beschlossen mit fünfzehn gegen dreizehn Stimmen, was viel über die Zerrissenheit sagt. Neunzehntausend preußische Soldaten schlugen den Aufstand binnen weniger Wochen nieder. Es folgten dreihundertdreiunddreißig Strafverfahren.
Und mittendrin steht, als steinernes Sinnbild, die Maxburg. 1842 hatten Neustadter Bürger dem Kronprinzen Maximilian die Hambacher Schlossruine zur Hochzeit geschenkt; ab 1844 ließ er sie neugotisch wiederaufbauen, nach dem Vorbild von Hohenschwangau, jener Burg über dem Alpsee, die sein Vater kurz zuvor hatte herrichten lassen. 1848, in der Revolution, wurden die Arbeiten eingestellt – und nie wieder aufgenommen. Während unten am Hang die Villa des Vaters fertig wurde, blieb oben die Burg des Sohnes ein Torso, über ein Jahrhundert lang. Die Pfalz hat beides aufbewahrt: das vollendete Sommerhaus und die unvollendete Versöhnungsgeste.
Danach wurde es still, und zwar dauerhaft. Ab 1866, unter dem Ministerium Hohenlohe, entspannte sich das Verhältnis; die folgenden fünfzig Jahre verzeichnen die Historiker als konfliktfrei. Man hatte sich zusammengerauft, und wer die Reihenfolge der Ereignisse betrachtet, sieht auch, warum: Erst hatte die Krone dem Land sein Recht gelassen, dann hatte das Land die Krone zweimal geprüft, und danach wussten beide Seiten, woran sie waren.

1855 – 1890
Ein Empfangsgebäude für Empfänge
Wie sehr die Region ihre königlichen Sommergäste in den Alltag einbaute, zeigt keine Anekdote schöner als die vom Bahnhof Edenkoben.
Am 18. Juli 1855 eröffnete an der Maximiliansbahn zwischen Neustadt und Landau der Bahnhof Edenkoben. Die Maximiliansbahn war die erste Verbindung, die die Pfalz von Norden nach Süden erschloss und sie an das französische Netz anschloss – für ein Land, das seinen Wein exportierte, war das die wichtigere Neuerung. Über die Lage des Bahnhofs aber wurde nicht verkehrstechnisch entschieden, sondern zeremoniell. Die überlieferte Begründung ist entwaffnend: „Wie sollte die Stadt Edenkoben die Empfänge des Königs durchführen auf einem Bahnhof, der nicht auf dem Edenkobener Banne liegt?“ Der Bahnhof lag also dort, wo man einen König am besten begrüßen konnte.
Und damit der Rahmen stimmte, wurde das Empfangsgebäude von 1856 architektonisch der Villa Ludwigshöhe nachempfunden. Der König sollte aus dem Zug steigen und sich bereits zu Hause fühlen. Ein Bahnhof als Vorzimmer einer Sommervilla – die Pfalz hat ihre Loyalität selten diskreter in Architektur übersetzt, und sie hat es aus eigenem Antrieb getan; verlangt hatte es niemand.
Die Verehrung überdauerte den Mann. 1890, zweiundzwanzig Jahre nach Ludwigs Tod, errichtete Edenkoben ihm auf dem Ludwigsplatz ein Denkmal, und der Bildhauer zeigte ihn im bürgerlichen Rock statt im Ornat. Schon 1843 war die neu gegründete Industriestadt am Rhein nach ihm benannt worden: Ludwigshafen. Ein König, der abgedankt hatte, wurde im Land seiner Sommer nie abgesetzt.
Das Gebäude von 1856 steht heute nicht mehr – am 5. Januar 1945 traf ein Bombenabwurf einen Munitionszug im Bahnhof. Der Nachfolgebau von 1956 ist nüchterner, wie fast alles, was in diesen Jahren wieder aufgebaut wurde. Aber wer in Edenkoben aus dem Zug steigt und den Hang hinaufblickt, sieht noch immer, wofür dieser Bahnhof einmal gebaut wurde.
1864 – 1912
Ludwig II. blieb fern – und Luitpold kam in offener Kutsche
Der berühmteste aller bayerischen Könige hat die Pfalz, soweit die Quellen reichen, nie betreten. Sein Onkel machte das Versäumnis zur Regierungsmethode wett.
Ludwig II., der Erbauer von Neuschwanstein und Enkel des Villenbauherrn, reiste nach Frankreich, um Versailles zu sehen, und durch Franken im Winter – aber für einen Besuch in der Pfalz findet sich in den Quellen kein einziger Beleg. Die Fehlanzeige ist selbst eine Aussage: Das Sommerland des Großvaters kam im Kartenwerk des Märchenkönigs nicht vor. „Ich wünsche mir, ein ewiges Rätsel für mich selbst und andere zu bleiben“, hat er gesagt; die Pfalz hat er in diesem Rätsel schlicht ausgelassen. Die Villa über Rhodt stand in diesen Jahren fast leer.
Sein Onkel Luitpold, der nach Ludwigs rätselhaftem Tod im Starnberger See 1886 die Regentschaft übernahm, hielt es umgekehrt. Er machte das Reisen zum Regierungsstil: Präsenz zeigen, überall, und gerade dort, wo man den Hof nicht kannte. 1888, zwei Jahre nach Amtsantritt, war er erstmals in der Pfalz; 1894 fuhr er in offener Kutsche durch ein festlich geschmücktes Landau, vorbei an Obelisken und vergoldeten Löwen an der Stiftskirche. 1892 hatte die Stadt ihm bereits ein Reiterstandbild errichtet – das einzige der Pfalz, ursprünglich mitten in einer Brunnenfontäne.
Auch auf der Ludwigshöhe hinterließ die Prinzregentenzeit ihre Spur, eine leise und hübsche: 1899 wurden die pompejanischen Wandmalereien der Villa um Pfalz-Motive ergänzt, im Nebenraum des Speisesaals erschienen auf gelben Feldern die Burgen der Gegend. Ein Haus, das Italien zitierte, lernte auf seine alten Tage die eigene Landschaft an die Wand zu malen.
Im Jahr 1900 endete dann ein Kapitel, das 1816 begonnen hatte: Mit dem Inkrafttreten des Bürgerlichen Gesetzbuchs verlor der Code Napoléon in der Pfalz seine Geltung. Vierundachtzig Jahre lang hatte ein deutsches Land nach französischem Recht gelebt – zufrieden, wie man hinzufügen darf, und ohne dass daraus je eine Frage der Loyalität geworden wäre.
1918 – heute
Anif, die Lager – und ein Sessel in Rhodt
Die Monarchie endete auf einem Schloss bei Salzburg, mit einer Erklärung, deren Original verbrannte. Die Verbindung zur Pfalz endete nicht.
Im November 1918 floh Ludwig III., der letzte bayerische König, vor der Revolution auf Schloss Anif bei Salzburg. Dort entband er am 12. und 13. November Beamte, Offiziere und Soldaten von ihrem Treueid – mit der Begründung, er sei „nicht mehr in der Lage, die Regierung weiter zu führen“. Das Wort Abdankung vermied er sorgsam, denn er hoffte noch; die Regierung Eisner druckte die Erklärung trotzdem als Thronverzicht. Nach 738 Jahren war die Herrschaft der Wittelsbacher zu Ende. Das Original der Erklärung ging fünf Jahre später beim Hitlerputsch verloren, weil Innenminister Auer es in seiner Wohnung verwahrt hatte, die dabei zerstört wurde: Vom Ende der Monarchie existiert nur eine Abschrift.
Was aus dem Königshaus wurde, erzählt am eindrücklichsten die Familie des letzten Kronprinzen. Rupprecht, im Ersten Weltkrieg Generalfeldmarschall, verweigerte den Nationalsozialisten jede Gefolgschaft; 1934 nannte er Hitler beim Mittagessen mit König Georg V. schlicht „verrückt“. Er ging nach Italien ins Exil, und das Regime nahm dafür seine Familie: Seine Frau Antonia und die Kinder wurden 1944 in Sippenhaft genommen – jener Praxis, Angehörige für die Haltung eines Einzelnen haftbar zu machen. Die Kinder durchliefen Sachsenhausen und Flossenbürg; der heutige Chef des Hauses, Herzog Franz, war als Elfjähriger darunter. Antonia wog bei ihrer Befreiung noch zweiunddreißig Kilogramm.
Und dann, nach allem, kam Rupprecht zurück in die Pfalz. Von 1949 bis 1953 nahm er die Sommerreisen der Wittelsbacher wieder auf und wohnte in der restaurierten Villa Ludwigshöhe; überliefert ist seine Freude über die „lebhafte Solidarität“ zwischen Bayern und der Pfalz. 1951 stattete er dem Rhodter Weinschlössel einen Besuch ab – der letzte belegte Besuch eines Wittelsbachers in Rhodt.
Die Geschichte hat einen Schlussstein, und er sitzt in der Rhodter Kirche. 2002 spendete Herzog Franz von Bayern – das Kind aus den Lagern, seit 1996 Chef des Hauses – 2.500 Euro für die Restaurierung der Königinloge, in der seine Vorfahrin Therese gebetet hatte; die Rhodter Weingüter legten Weinspenden dazu, 2003 war der Sessel restauriert. Hundertfünfzig Jahre nach den Sommern des Königspaars pflegen ein Dorf und ein Königshaus denselben Stuhl. Es gibt förmlichere Denkmäler. Es gibt kaum ein wahreres.
Kurz notiert
- 1816 kommt die Pfalz zu Bayern – der Code Napoléon bleibt bis 1900 in Kraft
- 1810 begründet Ludwigs Hochzeit mit Therese das Oktoberfest auf der Theresienwiese
- 1832 Hambacher Fest, 1849 Pfälzischer Aufstand – niedergeschlagen von 19.000 Preußen
- 1846–1852 Bau der Villa Ludwigshöhe; die Maxburg des Sohnes bleibt unvollendet
- 1855 Bahnhof Edenkoben – gebaut, wo man einen König empfangen kann, im Stil der Villa
- Ludwig II. besuchte die Pfalz nie; Luitpold kam 1888 und 1894
- 1918 Anifer Erklärung – das Original verbrennt 1923 beim Hitlerputsch
- 1949–1953 Rupprechts Pfalzreisen, 1951 sein Besuch im Rhodter Schlössel
- 2002/2003 restauriert das Haus Wittelsbach mit dem Dorf die Königinloge in Rhodt